Flächensuche
Die Flächensuche stellt die Sparte in der Rettungshundearbeit dar, wodurch die meisten vermissten Personen unter Einsatz von Rettungshundeteams, tatsächlich gefunden werden. Ein Flächensuchhund ist in der Lage, eine Freifläche oder ein Waldgebiet von 30.000 m² innerhalb von ca. 15 – 20 Minuten (je nach Geländegegebenheiten) komplett abzusuchen. Wie lange würde hierfür der Mensch wohl benötigen?
Das Besondere an einem Flächensuchteam ist das Vertrauen vom Hundeführer zu seinem Hund und umgekehrt. Denn die Hunde suchen i.d.R. ohne Leine auf größere Distanz und oft außer Sicht zum Hundeführer, lediglich mit einer Kenndecke, die signalisiert, hier jagd kein Hund Wild hinterher, sondern hier ist ein Hund mit dem Auftrag Menschenleben zu retten.
Aus diesem Grund braucht ein Flächensuchhund einen guten Grundgehorsam. Dem Flächensuchhund soll das Wild, welches eventuell seinen Weg kreuzt egal sein und trotz dieser für ihn bestimmt sehr verlockenden Ablenkung seinen Auftrag, die Suche nach vermissten Personen, konsequent verfolgen.


Im Laufe seiner Ausbildung lernt ein Flächenhund sehr viel, was ihm nicht direkt in die Wiege gelegt wurde wie den unvergleichlichen Geruchssinn. Er lernt z.B. vom Hundeführer in die unterschiedlichsten Richtungen geschickt zu werden, ein Hindernis auf Ansage zu umrunden, ein großes Gebiet mit System (Suchtaktik) abzusuchen, auf Kommando zu stoppen (Notfall), an Gefahrenstellen wie einer Straße an der sogenannten Scan-Leine zu suchen bevor er wieder in die freie Suche entlassen wird. Der Flächenhund lernt zu unterscheiden, ob er auf das Kommando seines Hundeführers sofort zu ihm zurückkehren muss, oder ob er sich dem Kommando wiedersetzt, weil er schon menschliche Witterung hat. Und das alles auf Entfernungen, die schnell mal 100m betragen können. Zudem dürfen dem Rettungshund laute Umgebungsgeräusche, wie Sirenen von Einsatzfahrzeugen, Hubschrauber, die über dem Suchgebiet kreisen, oder auch die nahegelegene Autobahn bei seiner Sucharbeit nicht stören.
„Und wie sage ich es meinem Menschen?“
Das Wichtigste, was der Flächenhund lernt, ist seinem Hundeführer zu „sagen" dass er eine vermisste Person gefunden hat, weil der Hundeführer nicht so nah beim Hund ist, um dies sehen zu können. Erst recht nicht bei Dunkelheit. Diese Anzeige dass der Rettungshund gefunden hat, kann in unterschiedlicher Weise erfolgen. Entweder lernt der Hund sobald er eine Person gefunden hat einen Gegenstand, das sogenannte „Bringsel", welches er bei der Suche um den Hals trägt ins Maul zu nehmen und seinem Hundeführer zu bringen, oder der Rettungshund läuft zum Hundeführer zurück, zeigt durch ein trainiertes Verhalten beim Hundeführer dass er gefunden hat. In beiden Fällen wird der Hundeführer vom Rettungshund nun zur Person geführt, oder der Rettungshund pendelt so lange zwischen der vermissten Person und seinem Hundeführer bis dieser bei dem gefundenen Menschen angekommen ist. Die dritte Möglichkeit anzuzeigen ist, dass der Hund lernt in einem angemessenen, respektvollen Abstand zu der vermissten Person so lange zu bellen, bis sein Hundeführer bei ihm ist. Egal wie die vermisste Person aussieht, riecht oder sich verhält.

Ausbildung
Die Ausbildung zum einsatzfähigen Flächensuchhund dauert durchschnittlich zwei bis zweieinhalb Jahre und wird individuell auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt. Auch gehört Training an verschiedenen Geräten, wie Leiter, Wippe, wackelndes Brett, zur Grundausbildung eines Flächen- und/oder Trümmerhundes, um seine Geschicklichkeit zu trainieren.

Voraussetzungen für Hund und Hundeführer
Eine wesentliche Grundvoraussetzung für jeden Rettungshund und Hundeführer ist körperliche Fitness. Die Nasenarbeit kostet den Hund viel Kraft, daher muss er körperlich in der Lage sein, diese Strecken zu bewältigen. Noch anspruchsvoller ist die ausdauernde Nasenarbeit, die eine Höchstleistung darstellt, wenn das Gelände sehr schwierig zu begehen, oder sehr bergig und steil ist. Dafür sollte auch der Hundeführer gut zu Fuß sein.
Wir schätzen es sehr, wenn die Hunde gut sozialisiert, ausgeglichen und Umweltsicher sind.
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